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Montag, Oktober 13, 2003
PROZAC

Die Kolumnen in der Anwaltspresse kann man eigentlich nur noch unter Prozac lesen. Im neuen Heft der Zeitschrift für die Anwaltspraxis finden sich etwa diese Schreckensmeldungen:

Der Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer Bernhard Dombek beklagt den zunehmenden Vermögensverfall unter der Anwaltschaft. Allein im Kammerbezirk Berlin hätten im letzten Jahr 40 Anwälte ihre Zulassung verloren, weil sie insolvent waren, den Gerichtsvollzieher im Haus hatten oder einen Offenbarungseid leisten mussten.

Hartmut Kilger, Präsident des Anwaltsvereins: "Kommt die Gewerbesteuer für Rechtsanwälte, droht ein Kanzleisterben in Deutschland."


Schwarzmalen, übertreiben, sich unbeliebt machen. Wäre es nicht einfach mal besser, die Luft rauszulassen? Und anzuerkennen, dass es dem allergrößten Teil der Deutschen wirtschaftlich besch...eidener geht? Wenn das Lamento der Funktionäre weiter anschwillt, sind Anwälte imagemäßig bald auf dem Niveau der ewigen Heulsusen (Gewerkschaften und Bauern) sowie der notorischen Jammerlappen (Beamtenbund, Quengel-Ossis, danke an H. Schmidt) angekommen.

Now, back to work...